Aller Anfang ist böse.
Kennen Sie die Geschichte von Fjallar und Gjallar? Nein?
Nun, hier ist meine Version, in gekürzter Umgangszwergensprache von heute.
Fjallar und Gjallar, zwei fidele Zwergenjungs aus dem hohen Norden, lebten vor langer Zeit. Eines schlechten Tags kam ein großer Gott namens Odur vorbei, und weil sie ihn nicht besonders toll fanden („Gott der Dichtkunst? Wer braucht denn den? Und der weiseste von allen will er auch noch sein? Na warte, den holen wir auch noch auf unser Niveau* runter!“), lockten sie ihn in einen Hinterhalt (womit erwiesen war, dass er doch nicht der klügste Gott von allen war) und brachten ihn um.
So ganz ohne war der Ex-Gott aber nicht, denn seine Kraft ging mit dem Tod in sein Blut über. Nun, ein echter Zwerg pfeift sich nichts, also mixte unser Protagonistenpärchen aus dem Götterblut und Honig einen gar besonderen Met namens Ödrörir**, dessen Genuss aus unseren bodenständigen, bösen Zwergen zur Dichtkunst hingerissene Lyriker machte***.
Also: Böse Zwerge. Dichtkunst. Fjallar bringt’s!
* Ja, vor langer, langer Zeit sprachen die Zwerge im hohen Norden schon Französisch. Die Franzosen lernten das erst zweitausend Jahre später von den Zwergen! Fact! Steht so im Internet!
** die Zwerge sprachen nicht nur Französisch, sonst hieße der wohl Œdrœrire.
*** letztendlich waren sie daher geradezu erleichtert, als ihnen die Riesen den tollen Trank abnahmen. Die Riesen ihrerseits hatten auch nicht allzulange Freude damit, da ein gewisser Odin, hellster Stern am Götterhimmel damals, ihnen den Met abluchste und seither seinerseits als Gott der Dichtkunst gilt.